Elmar Baumann, VDB-Geschäftsführer, zum Beschluss des Europäischen Parlaments
Der Ablehnungsantrag zum geplanten Delegierten Rechtsakt zur Einstufung von Soja als high iLUC risk-Rohstoff ist bei der Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlaments mit 388 Ja-Stimmen angenommen worden. Damit hat sich eine Mehrheit der Abgeordneten für den Ablehnungsantrag ausgesprochen; die erforderliche Stimmenzahl von 361 wurde deutlich übertroffen.
Das Statement von Elmar Baumann, Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie:
„Wir begrüßen, dass eine deutliche Mehrheit im Europäischen Parlament den inakzeptablen Delegierten Rechtsakt der Europäischen Kommission zurückgewiesen hat.
Die der Einstufung von Soja als high iLUC-Risiko zugrundeliegende Studie zeichnet sich durch Intransparenz und gravierende methodische Mängel aus. Sie muss daher grundlegend überarbeitet werden.
Der Vorschlag der Kommission ist zu hundert Prozent inkompatibel mit der EU-Proteinstrategie.
Der von DG ENER vorgelegte Delegierte Rechtsakt beschädigt die strategischen Interessen Europas bei der Resilienz von Energie- und Futtermittelversorgung, er sorgt für die Verlagerung der Sojaverarbeitung in Drittstaaten und den Rückgang des europäischen Sojaanbaus.
Aus Gesprächen wissen wir, dass die Unterstützung des Ablehnungsantrages im Parlament noch größer war, als es das Abstimmungsergebnis zeigt. Die Bewertung, dass der Vorschlag der Kommission unter verschiedenen Gesichtspunkten ungeeignet ist, teilen Abgeordnete vieler Fraktionen, wie auch die Abstimmung im ITRE-Ausschuss zeigt.“
AKTUELLES
Aktualisierte Freigabenliste für den Betrieb mit Biodiesel (B10 | B20 | B30 | B100)
Viele Lkw, Busse, Traktoren und Baufahrzeuge sind bereits für höhere Biodieselanteile freigegeben. In der aktualisierten Freigabenliste (hier die englische Version) geben 20 Fahrzeug- und Motorenhersteller einen Überblick darüber, welche Nutzfahrzeuge und Motoren problemlos mit höheren Biodiesel-Beimischungen oder reinem Biodiesel (B100) betrieben werden können. Höhere Biodiesel-Beimischungen wie B10, B20 oder B30 bis hin zu reinem Biodiesel ermöglichen eine deutlich stärkere Treibhausgasminderung und damit mehr Klimaschutz. In Österreich, der Schweiz und Frankreich gibt es bereits heute einen nennenswerten Einsatz von B100.
zur Freigabenliste (deutsch)Aktualisierte Freigabenliste für Binnenschiffe
Zahlreiche Schiffsmotoren sind bereits heute für den Betrieb mit reinem Biodiesel (B100) oder mit höheren Biodiesel-Beimischungen wie B20 oder B30 zugelassen. Die aktualisierte Liste bietet einen Überblick.
zur Freigabenliste BinnenschifffahrtNeue Freigabenliste für Landmaschinen vom TFZ Straubing
Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) Straubing bietet mit seiner umfassenden, gut strukturierten Freigabenliste für Landmaschinen eine exzellente Marktübersicht über die aktuellen Einsatzmöglichkeiten alternativer Kraftstoffe (Stand: April 2026). Die Freigabenliste wurde im Rahmen des Projekts TrAkzeptanz erstellt, das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat finanziert wird. Für Biodiesel als Reinkraftstoff (B100) und höhere Biodiesel-Beimischungen (B10, B20, B30) liegen zahlreiche Freigaben vor:
zu den TFZ-FreigabenlistenB10 – der neue nachhaltige Diesel
Mit B10 wird ein neuer Dieselkraftstoff bezeichnet, dem bis zu 10 Prozent Biodiesel beigemischt wird – bisher gab es B7. Der neue Kraftstoff kann ab Mitte April von jeder Tankstelle in Deutschland angeboten werden. Alle Fragen und Antworten finden Sie auf unserer Themenseite.
Zur B10-ThemenseiteSTANDPUNKT
„Biokraftstoffe sind die einzige Alternative zu fossilen Kraftstoffen, die es derzeit in relevanten Mengen gibt. Sie ermöglichen erneuerbare Mobilität – auch bei Dunkelflauten.”
Elmar Baumann
Geschäftsführer
Verband der Deutschen
Biokraftstoffindustrie
BIOKRAFTSTOFFE
11 Mythen der Verkehrswende
Wie bewegen wir uns in Zukunft fort? Haben wir noch eigene Autos? Welche Technologien dominieren – und wo verläuft der kürzeste Weg in Richtung Klimaneutralität? Wir möchten Antworten bieten und gleichzeitig manche Fehleinschätzung korrigieren.
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Biokraftstoffe leisten einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Für Pkw, Lkw und Busse stellen sie heute mit über 95 Prozent den größten Teil der erneuerbaren Energie – und haben zuletzt den CO₂-Ausstoß um 11 Millionen Tonnen reduziert.
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Deutschland verfolgt ambitionierte Klimaziele. Im Verkehrssektor ist die Treibhausgas-Quote das zentrale Element für die Dekarbonisierung. Wir erläutern, wie sie funktioniert, und welche anderen rechtlichen Vorgaben für Biokraftstoffe gelten.
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Wer die komplexen Zusammenhänge und Wechselwirkungen rund um Biokraftstoffe verstehen will, braucht dafür solide Fakten. Der VDB stellt die wichtigsten Daten zu Produktion, Absatz, THG-Einsparung und Flächennutzung zusammen.
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Im gemeinsamen Positionspapier plädieren die Kraftstoffverbände mit Unterstützung des ADAC unter anderem dafür, die Obergrenze für anbaubiomassebasierte Biokraftstoffe stufenweise auf das unionsrechtlich zulässige Niveau von 5,8 Prozent anzuheben.
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