BLE-Bericht zu Biokraftstoffen: höhere CO2-Einsparung, 80 Prozent europäische Produktion

Biokraftstoffe haben im Jahr 2022 rund 11,6 Millionen Tonnen CO2 eingespart (Vorjahr: 11,1 Millionen Tonnen). Die auf die Treibhausgasquote (THG-Quote) angerechneten Biokraftstoffe wurden zu etwa 80 Prozent in Europa produziert, während 13 Prozent in Asien hergestellt wurden. Über die Hälfte der Rohstoffe (52 Prozent) stammte aus Europa, 31 Prozent kamen aus Asien (Vorjahr: 48 Prozent bzw. 39 Prozent). Dies geht aus dem heute veröffentlichten Evaluations- und Erfahrungsbericht der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hervor. „Die deutsche THG-Quote ist weiterhin der Garant für Klimaschutz im Straßenverkehr. Durch Biokraftstoffe nutzt Deutschland seine eigenen und europäische Ressourcen, diversifiziert seine Energieversorgung und verringert die Abhängigkeit von problematischen Drittländern“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Laut BLE-Bericht waren Rohstoffgrundlage für die Biokraftstoffherstellung zu 54 Prozent angebaute Biomasse und zu 46 Prozent Abfälle und Reststoffe. „Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse bilden weiter die unverzichtbare Basis der deutschen Klimaschutzbemühungen im Straßenverkehr. Ohne Anbaubiomasse für Biokraftstoffe würde sich die Bundesregierung von den deutschen und europäischen Vorgaben zur Minderung der Treibhausgasemissionen verabschieden“, sagte Baumann. „Die Produktion von Biokraftstoffen stärkt ländliche Regionen hierzulande und bringt der Landwirtschaft eine sichere Einkommensquelle.“ Auf die THG-Quote angerechnete Treibhausgaseinsparungen durch Elektromobilität sind nach Zahlen der Generalzolldirektion im Jahr 2022 auf etwa 281.000 Tonnen CO2 (Vorjahr rund 8.300 Tonnen CO2) gestiegen. Aufgrund einer Mehrfachanrechnung verdreifacht sich dieser Wert im Rahmen der THG-Quote rechnerisch auf 843.000 Tonnen CO2 (Vorjahr: 25.000 Tonnen CO2).

 Die durchschnittliche Treibhausgaseinsparung durch Biokraftstoffe betrug 87 Prozent (Vorjahr: 84 Prozent) gegenüber fossilen Kraftstoffen. „Der gestiegene Einsatz von Biokraftstoffen aus Abfall- und Reststoffen sowie die weitere Optimierung von Biokraftstoffen aus Anbaumasse führt dazu, dass die durchschnittlichen CO2-Minderungen einen Rekordwert erreichen. Die Hersteller von Biodiesel, Bioethanol und Biomethan werden auch in Zukunft daran arbeiten, ihre Treibhausgaseinsparungen weiter auszubauen“, sagte Baumann. Die Treibhausgaseinsparungen durch Biokraftstoffe im Jahr 2022 wurden in der deutschen Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) nur einmal, im Jahr 2020, überschritten (13,1 Millionen Tonnen CO2). „Ein wichtiger Grund für die Produktion von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse ist das eklatante Proteindefizit in Deutschland und der EU. Gleichzeitig mit dem Tierfutter entsteht Pflanzenöl aus der Rapssaat, von dem wir so viel haben, dass der Lebensmittelsektor es bei weitem nicht aufnehmen kann. Es findet im Biodiesel eine sehr sinnvolle Nutzung und bietet sofort wirksamen Klimaschutz im Straßenverkehr.“

Die Mineralölindustrie muss einen Mindestanteil von Biokraftstoffen aus bestimmten Abfall- und Reststoffen in den Verkehr bringen. Diesen energetischen Anteil, der 2022 bei 0,2 Prozent lag, konnten die Mineralölunternehmen nach Angaben der Generalzolldirektion um 930 Prozent übererfüllen. „Wir gehen davon aus, dass hier fragwürdige Importe aus China bereits eine Rolle gespielt haben. Dabei ist das Problem erst zum Ende des Jahres 2022 aufgetreten. Für 2023 rechnen wir mit einer noch größeren Übererfüllung. Denn nochmals gestiegene Importmengen von mutmaßlich falsch als „fortschrittlich“ deklarierten Biokraftstoffen haben im laufenden Jahr zu schwerwiegenden Verwerfungen im Markt geführt. Ein Grund hierfür ist, dass die Übererfüllung doppelt auf die THG-Quote angerechnet werden kann.“

Die BLE berichtet in dem jetzt erschienen Bericht über die auf die THG-Quote im Jahr 2022 angerechneten Treibhausgaseinsparungen. Die THG-Quote verpflichtet die Mineralölunternehmen, den Treibhausgasausstoß der von ihnen in den Verkehr gebrachten Kraftstoffe um einen bestimmten Prozentsatz im Vergleich zu einem fossilen Referenzwert zu senken. Im Jahr 2022 betrug die zu erreichende Minderung sieben Prozent. Die Mineralölunternehmen können die Minderung durch den Einsatz von Biokraftstoffen, Elektromobilität, Minderungen der Emissionen bei der Erdölförderung, den Einsatz von Wasserstoff in der Raffinerie oder PtX-Kraftstoffe erreichen.

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