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Deutsche Biokraftstoffindustrie begrüßt Stellungnahme des Industrieausschusses zu iLUC

Berlin,

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) hat die heutige Stellungnahme des Industrieausschusses im Europäischen Parlament (ITRE) zum weiteren Umgang mit indirekten Landnutzungsänderungen (iLUC) begrüßt. „Der Ausschuss hat gut daran getan, die wissenschaftlichen Unzulänglichkeiten zu berücksichtigen, die mit der iLUC-Theorie einhergehen“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des VDB. Da die iLUC-Theorie mit Modellen arbeiten muss, sind die errechneten iLUC-Werte davon abhängig, welche Annahmen getroffen werden. „Die Studien weisen eine enorme Schwankungsbreite auf, so dass die Ergebnisse entweder 200 Prozent unter oder 1700 Prozent über dem Wert für fossile Kraftstoffe liegen können - mit anderen Worten: Man kann genauso gut in eine Kristallkugel schauen. Es ist allerdings zweifelhaft, ob bei einer vom ITRE vorgesehenen Überprüfung der Ergebnisse der iLUC-Forschung im Jahr 2015 belastbarere Ergebnisse als heute herauskommen“, sagte Baumann.

Nach dem Vorschlag der Europäischen Kommission sollten herkömmlicher Biodiesel und Bioethanol nur bis zu fünf Prozent zum Ziel von zehn Prozent erneuerbare Energien im Verkehrssektor beitragen. Dieser Anteil soll nach Ansicht des ITRE auf 6,5 Prozent heraufgesetzt werden. Die vorgesehene Heraufsetzung des Anteils von herkömmlichen Biokraftstoffen am Kraftstoffmarkt sei ebenfalls positiv zu bewerten, denn dadurch werden weitere Treibhausgasemissionen eingespart

Auch die gesonderte Quote für „advanced biofuels“ ist aus Sicht des Verbandes sinnvoll. Eine gesonderte Quote sei ein wirksames Instrument, um diese Art von Kraftstoffen zu fördern. Dadurch würden bestehende Investitionen geschützt und die Technologieentwicklung vorangetrieben. Die bisher vorgesehenen Anteile am Kraftstoffmarkt seien jedoch zu wenig ambitioniert und sollten erhöht werden. Allerdings müsste die Liste der verwendeten Rohstoffe kritisch überprüft werden, die zur Anrechnung auf diese Quote berechtigen.

Problematisch sei lediglich die eigene Mindestquote für Ethanol in Höhe von 7,5 Prozent am Benzinmarkt. „Diese Besserstellung der Ethanolhersteller ist nicht gerechtfertigt und wird den Realitäten am Kraftstoffmarkt nicht gerecht“, sagte Baumann. Er verwies darauf, dass in der Europäischen Union ein Mangel an Diesel und ein Überangebot an Benzin bestehe. Durch den jetzt vorgelegten ITRE-Vorschlag werde dieses Problem noch verschärft.

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