Biokraftstoff - Nachhaltigkeit garantiert.


Die These

Nach der These der indirekten Landnutzungsänderung (indirect Land Use Change, iLUC) werden die Rohstoffe für Biokraftstoffe auf Flächen produziert, die bisher zum Beispiel für die Herstellung von Lebensmitteln genutzt wurden. Grund hierfür ist, dass Rohstoffe für Biokraftstoffe aufgrund von Nachhaltigkeitsvorschriften nur auf explizit für eine landwirtschaftliche Nutzung ausgewiesenen Flächen angebaut werden dürfen. Die Lebensmittelproduktion müsse daher ausweichen und werde auf bisher nicht landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Regenwälder oder Torfmoore verlagert, so die These weiter.

Die vermeintlich gestiegenen Treibhausgasemissionen durch die Regenwaldrodung und die Trockenlegung der Moore müssen nach der iLUC-These der Treibhausgas-Bilanz der Biokraftstoffe zugerechnet werden, da diese Auslöser für die Veränderung der Flächennutzung seien. Eine wissenschaftliche Darstellung der These und eine Kritik am iLUC-Konzept ist unter diesem Link abrufbar.

Nach der iLUC-These geschieht dieser Verdrängungseffekt nicht nur innerhalb eines Landstrichs oder innerhalb eines Landes, sondern weltweit. Zugespitzt ausgedrückt soll der Landwirt, der in Mecklenburg-Vorpommern oder in der Oberpfalz Raps anbaut, Emissionen angerechnet bekommen, die durch die Abholzung von Regenwald in Indonesien entstehen. Die dahinter stehende Logik: Der deutsche Landwirt hätte eine Pflanze für die Nahrungsmittelproduktion angebaut, wenn er nicht Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion geliefert hätte.

Klar ist aber: Der iLUC-Effekt ist nicht tatsächlich messbar, sondern nur theoretisch anhand von Modellen darstellbar. Denn der gerodeten Regenwaldfläche in Indonesien ist nicht zu entnehmen, ob sie tatsächlich deshalb gerodet wurde, weil in Mecklenburg-Vorpommern ein Landwirt die Entscheidung zum Rapsanbau für die Biokraftstoffproduktion getroffen hat.

In der ersten Studie eine Ökobilanzierers zu dem Thema hat sich Prof. Dr. Matthias Finkbeiner von der TU Berlin mit iLUC beschäftigt. Seine Arbeit kann hier heruntergeladen werden, die Zusammenfassung steht hier zum download bereit.

Die Kritikpunkte des VDB gegen die iLUC-These und Forderungen des Verbandes sind in diesem Papier zusammengefasst. Mehrere Verbände aus der Biokraftstoffbranche haben gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband ihre Kritik an iLUC in diesem Positionspapier foruliert. Darin ist auch ein Vorschlag enthalten, wie mit Landnutzungsänderungen umgegangen werden sollte.