Biokraftstoff - Nachhaltigkeit garantiert.


WWF-Forderung nach Palmölstopp für Biokraftstoffe führt in die Irre

Berlin,

Würde die gestern vom World Wide Fund For Nature (WWF) in einer Studie erhobene Forderung umgesetzt, Biokraftstoffe aus Palmöl in Europa zu verbieten, führte dies nicht zu einem Ende der Abholzung von Regenwald. Vielmehr besteht die Gefahr, dass sich die Regenwaldabholzung beschleunigen würde. Schließlich werden Biokraftstoffe vollständig nachhaltig produziert. Dies bedeutet unter anderem, dass Palmöl für die Biokraftstoffnutzung nicht von Flächen stammen darf, die nach dem Jahr 2008 abgeholzt wurden. Über die weltweite Einhaltung der Regeln und die Zertifizierung wacht mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eine staatliche Behörde. Diese Anforderungen an Biokraftstoffe sind somit strenger als für die Lebensmittel- und chemischen Industrie, wo nur freiwillige Selbstverpflichtungen gelten. In Deutschland verwendetes Palmöl ist deshalb nur zu knapp 70 Prozent nachhaltig produziert und zertifiziert, weil entsprechende Regelungen nicht in allen Nutzungspfaden eingehalten werden müssen. „Ohne den Markt für Biokraftstoffe könnten sich weltweit die niedrigsten Produktionsstandards durchsetzen - damit würde dem Regenwald und dem Klima ein Bärendienst erwiesen“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Der WWF hatte eine Studie mit dem Titel „Auf der Ölspur, Berechnungen zu einer palmölfreieren Welt“ veröffentlicht, die insbesondere auf die Möglichkeiten der Ersetzung von Palmöl durch andere Pflanzenöle eingeht.

Biodiesel kann in Deutschland nur im Sommerhalbjahr anteilig aus Palmöl gewonnen werden, während im Winter die technischen Anforderungen der Biodieselnorm nicht erfüllt würden. Damit ist der Anteil von Palmöl im Biodiesel begrenzt. Wie viel Biodiesel aus Palmöl in Deutschland eingesetzt wird hängt zudem ab von den Preisen für die Konkurrenzprodukte Raps- und Sojaöl. Deshalb kann der Palmölanteil von Jahr zu Jahr stark schwanken.

Ein vollständiger Ausschluss von Palmöl als Rohstoff für Biokraftstoffe ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich, weil dies gegen Regelungen der Welthandelsorganisation verstieße. Insbesondere würden Regierungen aus Entwicklungs- und Schwellenländern ein solches Verbot als Protektionismus verstehen. Aus ihrer Sicht würden die Industrienationen damit ihre heimische Landwirtschaft vor unliebsamer Konkurrenz schützen wollen.

Trotz der geäußerten Kritik lobte der VDB Aussagen der Studie. „Der WWF hat klar aufgezeigt, dass Palmöl zumeist in Asien und Indien verbraucht wird. Die EU spielt folglich eine untergeordnete Rolle, kann aber durch Nachhaltigkeitsanforderungen Einfluss auf die Produktionsbedingungen nehmen. Dieser Weg ist besser als umstrittene Verbote“, sagte Baumann. 

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