Biokraftstoff - Nachhaltigkeit garantiert.


Steigende Verkehrsemissionen - nur Biokraftstoffe senken Treibhausgasausstoß

Berlin,

Angesichts gestiegener Emissionen im Verkehr im Jahr 2016 weist der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) darauf hin, dass Biodiesel und Bioethanol heute das einzige Mittel darstellen, die Treibhausgasemissionen im Fahrzeugbestand zu senken. Von den erneuerbaren Energien im Verkehrssektor stellen Biokraftstoffe rund 90 Prozent. Im Jahr 2016 haben sie nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) etwa 7,3 Mio. t CO2 vermieden, was mehr als den gesamten Treibhausgasemissionen der chemischen Industrie entspricht (6,8 Mio. t). Gleichwohl wollen die Europäische Kommission und das Europäische Parlament die Nutzung von Biodiesel aus Raps sowie Bioethanol aus Getreide und Zuckerrüben massiv einschränken. „Wir fordern die Bundesregierung auf, sich diesem Brüsseler Irrweg zu verweigern. Bei steigenden CO2-Emissionen im Verkehr den Beitrag von Biokraftstoffen zu reduzieren, wäre eine klimapolitische Fehlleistung erster Klasse“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim VDB. „Ein Blick auf die deutschen Ziele für 2030 zeigt, dass alle Biokraftstoffe unverzichtbar sind: solche aus Biomasse vom Acker ebenso wie solche aus Abfällen und Reststoffen.“ Die Bundesregierung kann als Mitglied im Rat in den Verhandlungen mit Parlament und Kommission die zukünftige europäische Gesetzgebung zu Biokraftstoffen noch gestalten. „Bei entsprechenden Rahmenbedingungen könnte die Biokraftstoffindustrie einen deutlich größeren Beitrag zum Klimaschutz leisten“, sagte Baumann. Nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) sind die Emissionen im Verkehrssektor im Jahr 2016 um 3,7 Millionen Tonnen gestiegen und liegen damit über dem Wert des Jahres 1990.

Baumann wies auf weitere positive Aspekte der Biokraftstoffproduktion hin wie die Herstellung von Koppelprodukten. So entsteht aus 60 Prozent der Rapssaat heimisches Eiweißfuttermittel. Raps ist ein wichtiger Bestandteil der Fruchtfolge auf deutschen Äckern, wo sonst mehr Getreide angebaut würde. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Pflanzenkrankheiten reduziert und der Einsatz von Pestiziden und Dünger verringert. Die tiefreichenden Wurzeln der Rapspflanze lockern den Boden auf und führen dazu, dass die nachfolgende Getreideernte um rund zehn Prozent höher ausfällt. Diese Effekte sind in den bisherigen Berechnungen unberücksichtigt und führen zu größeren Treibhausgaseinsparungen durch Biodiesel als angenommen.

„Ohne verbindliche Vorgaben für die Nutzung von Biodiesel und Bioethanol verliert Deutschland ein wichtiges Potential zur Treibhausgasverringerung, baut Arbeitsplätze im ländlichen Raum ab und reduziert die heimische Eiweißversorgung“, sagte Baumann.

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