Biokraftstoff - Nachhaltigkeit garantiert.


Ohne Biokraftstoffe sind Klimaziele nicht erreichbar

Berlin,

Biodiesel und Bioethanol stellen heute etwa 89 Prozent der Erneuerbaren Energien im Verkehrssektor. Bis zum Jahr 2030 muss der Erneuerbaren-Anteil nach dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung verdoppelt werden. Ohne nachhaltig produzierte Biokraftstoffe kann dieses Klimaziel nicht erreicht werden. Biokraftstoffe sind die  einzige in größeren Mengen verfügbare Alternative zu fossilen Kraftstoffen. Im Verkehrssektor wurden im Jahr 2015 etwa 21 Prozent der deutschen Treibhausgase emittiert. Durchschnittlich stoßen Biodiesel und Bioethanol rund 70 Prozent weniger Treibhausgase aus als fossile Kraftstoffe. Damit sparten sie 2015 rund 6,7 Mio. t Treibhausgasemissionen ein. „Wenn es Bundesregierung und Europäische Union ernst meinen mit Klimaschutz und dem Klimavertrag von Paris, müssen alle verfügbaren Maßnahmen zum Einsatz kommen - auch Biodiesel und Bioethanol“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Er äußerte sich anlässlich der Veröffentlichung eines Gutachtens, in dem die Erreichbarkeit der deutschen Klimaziele bis zum Jahr 2020 in Frage gestellt wird.

Während viele Politikmaßnahmen bei den Motoren oder den spezifischen Fahrzeugemissionen ansetzen, spielt der im Straßenverkehr eingesetzte Energieträger bislang eine untergeordnete Rolle. „Es ist eine geistige Sackgasse, nur Effizienz und E-Mobilität anzusprechen. Die Dekarbonisierung des Kraftstoffs im Fahrzeugbestand gehört zwingend zur Lösung dazu“, sagte Baumann. Realistischerweise sei im Jahr 2030 noch von rund 40 Mio. Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor auf deutschen Straßen auszugehen. Elektromobilität sei sinnvoll im Individualverkehr, während Biokraftstoffe mittel- und langfristig im Schwerlastverkehr benötigt werden.

Die Europäische Kommission hat im vergangenen November einen Vorschlag vorgelegt zum weiteren Umgang mit Biokraftstoffen nach dem Jahr 2020. Trotz der Probleme beim Klimaschutz im Verkehr würde dadurch die weitere Nutzung von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse beendet. Zwar will die Kommission neuartige Biokraftstoffe aus Abfällen, Algen und Stroh in den Markt bringen, die bewährten Biokraftstoffe aber aufgeben. „Der Vorschlag der Europäischen Kommission sieht nach 2020 einen sinkenden Anteil der Erneuerbaren im Verkehr vor - die Schildbürger lassen grüßen“, sagte Baumann. „Wir gehen davon aus, dass sich die Bundesregierung für eine massive Änderung des Richtlinienvorschlages ausspricht. Andernfalls kann Deutschland seine 2030-Ziele im Verkehr abschreiben.“

 

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